Wandregal sicher montieren: Lasten richtig einschätzen
Ein Wandregal hält nur so viel, wie die Wand und die Befestigung hergeben. Bevor der erste Dübel gesetzt wird, lohnt sich eine nüchterne Bestandsaufnahme: Was soll tatsächlich auf den Brettern stehen? Ein paar Taschenbücher wiegen weniger als eine Reihe Hardcover-Bände, und ein einzelner Blumentopf mit nasser Erde kann schnell zehn Kilogramm erreichen. Wer diese Lasten realistisch addiert, statt sie zu schätzen, vermeidet später durchhängende Böden und ausgerissene Schrauben.
Ebenso entscheidend ist der Wandaufbau. Massivziegel, Kalksandstein, Beton und Gipskarton verhalten sich völlig unterschiedlich, wenn Zug- und Scherkräfte wirken. Ein Universaldübel, der in einer Betonwand zuverlässig sitzt, versagt in einer einfach beplankten Trockenbauwand oft schon bei geringer Belastung. Wer sich unsicher ist, welcher Untergrund vorliegt, findet in der Anleitung zum passenden Dübel für jede Wand eine brauchbare Orientierung, bevor er Löcher bohrt, die sich später nicht mehr rückstandsfrei schließen lassen.
Die Montage selbst verzeiht weniger Fehler, als viele annehmen. Waagerechtes Anzeichnen mit der Wasserwaage, Bohren ohne Schlag bei Fliesen und das Ausblasen der Bohrlöcher gehören zu den Grundlagen, die regelmäßig übersprungen werden. Schrauben sollten nicht mit Gewalt angezogen werden, denn zu viel Drehmoment sprengt das Dübelloch im weichen Untergrund. Bei schweren Regalen empfiehlt es sich, die Befestigungspunkte in der Wand zu verteilen und nach Möglichkeit einen tragenden Balken oder eine Massivwand zu treffen.
Wer diese Punkte beachtet, muss sich später nicht über Risse im Putz, abgeplatzte Farbe oder ein Regal ärgern, das plötzlich schief hängt. Eine kurze Kontrolle nach einigen Wochen zeigt, ob sich Schrauben gelockert haben. Beschädigungen entstehen selten durch ein einzelnes zu schweres Buch, sondern durch eine Kette kleiner Nachlässigkeiten bei der Planung und Ausführung.