Kabelkanäle und Kabelschienen richtig wählen
Die Wahl zwischen Kabelkanälen und Kabelschienen hängt zuerst vom Untergrund und der Kabelmenge ab. Kunststoffkanäle aus PVC oder ABS eignen sich für wenige Leitungen bis etwa 40 mm Breite und lassen sich mit Schere oder Säge kürzen. Aluminiumkanäle nehmen mehr Kabel auf, sind aber teurer und benötigen einen sauberen Schnitt, damit keine scharfen Grate die Isolierung beschädigen. Kabelschienen aus Stahl oder Aluminium sind für größere Strecken und höhere Lasten gedacht, etwa in Werkstätten oder Serverräumen. Wer viele Netzwerkkabel bündeln will, sollte auf ausreichenden Biegeradius achten, sonst leidet die Signalqualität. Für Mietwohnungen ist die Klebemontage oft die einzige Option, weil Bohren in Fliesen oder Beton nicht erlaubt ist. Doppelseitiges Klebeband hält auf glattem Lack, Glas und Metall zuverlässig, auf Raufaser oder Kalkputz löst es sich nach Monaten. Vor dem Kleben die Fläche mit Isopropanol entfetten, dann hält der Kanal deutlich länger. Schwere Schienen gehören gedübelt, alles andere ist Pfusch.
Im Mietvertrag ist entscheidend, ob Kabelkanäle als bauliche Veränderung gelten. Viele Verträge verbieten Bohrlöcher, erlauben aber klebende Lösungen, solange sie rückstandsfrei entfernt werden können. Wer unsicher ist, fragt vorher schriftlich beim Vermieter an, am besten mit Skizze der geplanten Strecke. Beim Auszug müssen alle Kleberreste entfernt und die Wand überstrichen werden, sonst droht eine Abrechnung über die Kaution. Für eine saubere Verlegung ohne Bohren lohnt sich ein Blick auf diese Anleitung zum Netzwerkkabel hinter Möbeln verlegen, die typische Stolperfallen bei Mietwohnungen erklärt. Wer die Strecke entlang der Fußleiste führt, braucht meist nur kurze Stücke Kanal und spart Material. Ecken lassen sich mit passenden Winkelstücken verbinden, statt den Kanal zu knicken. Bei Türen entweder über dem Rahmen verlegen oder den Kanal flach unter der Schwelle durchführen, sofern genug Platz ist.
Für die Klebemontage gilt: Der Untergrund muss trocken, staubfrei und eben sein. Auf Tapeten hält kaum ein Kleber dauerhaft, hier besser verschrauben oder auf Kabelschienen mit Abstandshaltern wechseln. Klettbänder oder Kabelbinder fixieren die Leitungen im Kanal, damit sie nicht herausfallen. Bei Netzwerkkabeln Mindestabstand zu Stromleitungen einhalten, sonst sind Störungen vorprogrammiert. Wer die Strecke später erweitern will, plant von Anfang an Reserve, etwa einen Kanal mit doppelter Kapazität. Am Ende zählt nicht das billigste Produkt, sondern die Kombination aus Material, Befestigung und vertraglicher Erlaubnis. Wer das vorher klärt, spart sich Ärger beim Auszug und hat trotzdem ordentlich verlegte Kabel.